HSG1: Super Stimmung, toller Handball, kein Happy End für die HSG

Von Dominik Gommans

In der heimischen Halle in Bauschheim lieferte die HSG Rü/Bau/Kö dem TV Büttelborn am Samstagabend ein intensives Derby, das über weite Strecken auf Augenhöhe geführt wurde. Trotz erheblicher personeller Probleme im Rückraum zeigte die HSG eine starke kämpferische Leistung, musste sich am Ende jedoch mit 32:37 geschlagen geben.

Bereits vor dem Anpfiff waren die Vorzeichen alles andere als ideal. Mit Nick Bürkle und Mirco Reinheimer fehlten zwei wichtige Rückraumspieler, zudem musste Mittelmann Jens Hartmann krankheitsbedingt passen. Trainer Tim Fähnrich sprach nach der Partie von einem Derby, bei dem den Hausherren gleich drei wichtige Rückraumspieler gefehlt hätten, während mit Steffen Weyrich immerhin ein Heimkehrer sein Debüt feiern konnte.

Von Beginn an agierten beide Mannschaften konzentriert, die Partie war geprägt von hohem Tempo und wenigen Fehlern. Die Führung wechselte in der ersten Halbzeit ständig, keine Mannschaft konnte sich mit mehr als einem Treffer absetzen. Tim Fähnrich beschrieb diese Phase so, dass beide Teams von Beginn an auf Augenhöhe gespielt hätten und sich das Spiel bis zur Pause entsprechend ausgeglichen gestaltete. Der Spielfilm unterstreicht diesen Eindruck: 5:5, 9:9, 13:13 – sodass Büttelborn mit einer sehr knappen 18:17-Führung in die Kabine ging.

Auch nach dem Wiederanpfiff blieb die HSG dran. Bis zur 40. Minute beim Stand von 23:23 war weiterhin alles offen. Fähnrich erklärte später, dass das Spiel bis zu diesem Zeitpunkt komplett ausgeglichen verlaufen sei, ehe Büttelborn erstmals mit zwei Toren in Führung gehen konnte. Ab diesem Moment machte sich jedoch zunehmend bemerkbar, dass der HSG die Alternativen zum Wechseln fehlten. Vor allem im Abwehrverband sei man zu oft einen Schritt zu langsam gewesen, was bei der dünnen Personaldecke kaum zu vermeiden war.

Trotzdem blieb die HSG im Angriff diszipliniert, erspielte sich weiterhin gute Chancen und hielt das Spiel offen. Angeführt von Torben Fähnrich, der mit 11 Treffern – davon fünf per Siebenmeter – bester Torschütze der Hausherren war, stemmte sich das Team gegen die drohende Niederlage. Unterstützung erhielt er unter anderem von Max Kaczmarek (6 Tore) und Robin Gross (5).

Mit zunehmender Spieldauer nutzte Büttelborn jedoch seine größere Breite konsequent aus. Zwischenzeitlich setzten sich die Gäste auf fünf Tore ab (30:35), während bei der HSG die Kräfte schwanden. Am Ende stand ein 32:37 auf der Anzeigetafel. Tim Fähnrich sprach nach dem Spiel von einem verdienten Sieg für Büttelborn, der seiner Meinung nach allerdings um zwei bis drei Tore zu hoch ausgefallen sei. Gleichzeitig betonte er, dass beim Derby eine super Stimmung geherrscht habe und die Zuschauer tollen Handball gesehen hätten.

Ein besonderes Augenmerk lag auf Comebacker Steffen Weyrich, der nach einem halben Jahr bei der HSG Bachgau zur heimischen HSG zurückkehrte und sich direkt mit drei Treffern einfügte. Er ordnete die Partie ebenfalls als Derby auf Augenhöhe ein, bei dem letztlich die Mannschaft mit der größeren Breite gewonnen habe. Spieler wie Mirco Reinheimer und Nick Bürkle könne man seiner Ansicht nach in der BOL nicht einfach so mal gleichwertig ersetzen. Positiv hob Weyrich jedoch besonders die eigenen 17 Tore in der ersten Halbzeit hervor, die für ihn ein echtes Ausrufezeichen und eine gute Reaktion auf die ärgerliche Niederlage in Lorsch gewesen seien.

Trotz der Niederlage kann die HSG Rü/Bau/Kö viele positive Aspekte aus dem Derby mitnehmen. Einsatz, Moral und Disziplin stimmten, und die Mannschaft ließ zu keinem Zeitpunkt die Köpfe hängen.

Ausblick

Mit den kommenden Spielen in Bensheim, zu Hause gegen Roßdorf und auswärts in Modau warten drei schwere Aufgaben auf die HSG. Die gezeigte kämpferische Leistung und der enge Spielverlauf gegen Büttelborn machen jedoch Mut für die anstehenden Herausforderungen.

Spielfilm: 5:5, 9:9, 13:13, 16:15, 17:18 – 20:20, 24:25, 29:31, 30:35, 32:37

HSG: Joshua Dammel, Dominik Gommans; Torben Fähnrich (11/5), Max Kaczmarek (6/2), Robin Gross (5), Florian Hock (4), Steffen Weyrich (3), Joel Neubauer (2), Florian Römer (1), Nico Cezanne, Joel Beer, Philipp Maybach, Nick Walczuch, Silas Kaul, Sven Sprengard

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