wC-Jugend: Knappe Heimniederlage nach beeindruckender Aufholjagd

von Christoph Marx

Nach der längeren Spielpause durch die Herbstferien empfingen wir am Samstagnachmittag mit der HSG Riedstadt einen der Meisterschaftsfavoriten in unserer heimischen Halle. Die Vorzeichen waren dabei alles andere als optimal: Zahlreiche Krankheitsfälle hatten unter der Woche für eine sehr überschaubare Trainingsbeteiligung gesorgt. Zudem fehlten uns mit Mona und Hannah gleich beide etatmäßigen Spielerinnen auf der linken Rückraumposition.

Mit der HSG Riedstadt wartete ein Gegner auf uns, gegen den wir in ähnlicher Konstellation vor zwei Jahren noch chancenlos gewesen waren. Während unsere Gäste durchgehend mit Spielerinnen des Jahrgangs 2012 antreten, setzen wir auf eine deutlich jüngere Mannschaft mit ausschließlich Spielerinnen der Jahrgänge 2013 und 2014. Doch wie vor jedem Spiel waren wir von unseren eigenen Stärken überzeugt und gingen mit dem klaren Ziel in die Partie, die beiden Punkte zu Hause zu behalten.

Ausgeglichene erste Halbzeit auf hohem BOL-Niveau

Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Begegnung, in der sich beide Mannschaften nichts schenkten. Wir erwischten einen guten Start und konnten uns zunächst leichte Vorteile erspielen. In der Folge wechselte die knappe Führung mehrfach.

Im Angriff fanden unsere Mädels immer wieder gute Lösungen gegen die körperlich überlegenen Gäste. Defensiv hatten wir allerdings insbesondere mit einer sehr durchsetzungsstarken Rückraumspielerin unsere Schwierigkeiten. Auch die körperlich überlegene Kreisläuferin der Gäste war nur schwer zu kontrollieren und konnte mehrfach nur auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden.

Erschwerend kam hinzu, dass sich Maila bei einem Foul am Knöchel verletzte und unsere ohnehin angespannte Personalsituation damit weiter verschärft wurde. So mussten wir mit einem knappen Rückstand in die Halbzeitpause gehen.

Sieben Tore Rückstand – und dann beginnt eine beeindruckende Aufholjagd

Trotz des Rückstands waren wir zur Halbzeit weiterhin optimistisch. Wir wissen um die hervorragende Fitness unserer trainingsfleißigen Mädels und waren überzeugt, dass wir auch mit unserer dünnen Personaldecke gerade in der Schlussphase noch Vorteile haben könnten.

Leider kam es zunächst anders. Zwischen der 30. und 40. Minute erwischten wir eine schwache Phase, in der uns die Gäste bis auf sieben Tore davonzogen. In dieser Phase ging auch etwas der Glaube an die eigenen Möglichkeiten verloren, die Köpfe gingen nach unten. Genau das ist etwas, was wir unabhängig vom Spielstand unbedingt vermeiden wollen.

In einer Auszeit galt es deshalb, den Resetknopf zu drücken, die Köpfe wieder freizubekommen und unseren Kampfgeist neu zu entfachen.

Was unsere Mädels anschließend zeigten, war beeindruckend!

Mit einer tollen kämpferischen Einstellung, viel Leidenschaft und großem Zusammenhalt arbeiteten sie sich Tor um Tor zurück in die Partie. In der Abwehr wurde nun noch entschlossener gearbeitet, während wir im Angriff immer wieder gute Lösungen fanden. Der zwischenzeitliche Sieben-Tore-Rückstand schmolz dahin und mehrfach gelang uns tatsächlich wieder der Anschlusstreffer.

Aus einer zwischenzeitlich fast schon verloren geglaubten Partie war plötzlich wieder ein echter Handballkrimi geworden!

Dramatische Schlussphase ohne Happy End

In den letzten Minuten war die Spannung kaum noch zu überbieten. Leider verlief die Schlussphase aus unserer Sicht äußerst unglücklich. Sowohl bei einem eigenen Siebenmeter als auch in einer Situation, in der die Gäste beim Anwurf den Anwurfpunkt überwarfen und der Ball schließlich in der Hallenecke landete, lief die Spielzeit weiter.

So kamen wir zwar vier Sekunden vor dem Ende noch einmal in Ballbesitz, die verbleibende Zeit reichte allerdings nicht mehr für einen letzten erfolgversprechenden Angriff.

Am Ende stand eine denkbar knappe und aufgrund des Spielverlaufs besonders ärgerliche Heimniederlage.

Natürlich hätten wir gegen einen der Meisterschaftsfavoriten gerne ein echtes Ausrufezeichen gesetzt. Gleichzeitig müssen wir anerkennen, dass uns unsere Schwächephase Mitte der zweiten Halbzeit letztlich um ein besseres Ergebnis gebracht hat.

Eine Niederlage, die trotzdem Mut macht!

Was bleibt, ist neben der Enttäuschung vor allem die Erkenntnis, wie groß die Entwicklung unserer Mannschaft inzwischen ist. Gegen einen körperlich überlegenen und durchweg älteren Gegner haben wir über weite Strecken auf Augenhöhe gespielt und nach einem deutlichen Rückstand eine beeindruckende Moral bewiesen. Darauf können wir aufbauen und mit viel Zuversicht auf den weiteren Saisonverlauf blicken.

Ein besonderes Lob verdient sich diesmal Nele, die nicht nur wie gewohnt eine herausragende Arbeit in der Abwehr leistete, sondern auch auf der ungewohnten Position im linken Rückraum eine richtig starke Partie zeigte. Mit viel Verantwortung, guten Entscheidungen und großer Sicherheit im Abschluss war sie eine wichtige Stütze unserer Mannschaft.

Kopf hoch, Mädels! Ihr könnt stolz auf eure Leistung, euren Kampfgeist und eure Entwicklung sein. Genau diesen Zusammenhalt und diese Leidenschaft wollen wir auch in den kommenden Spielen sehen!

Es spielten:

Tor: Mila und Elif

Feld: Marleen (10/1), Luna (8/2), Nele (7), Maila (1), Marlene M. (1), Marlene L. (1), Lia, Sophie und Havin.

Nächstes Spiel

Am Sonntag, 08.11.2026, um 13:00 Uhr sind wir bei der HSG Langen zu Gast. Dort wollen wir an unsere starke Leistung anknüpfen und uns wieder mit zwei Punkten belohnen.