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HSG1: Wechselhafte Hälften in Biblis

Die HSG Rü/Bau/Kö hat den ersten Auswärtssieg der Saison eingefahren. Beim Aufsteiger TG Biblis setzte sich die Mannschaft von Trainer Tim Fähnrich mit 34:30 (20:13) durch. Dabei zeigte die HSG insbesondere in der ersten Halbzeit eine starke Leistung, musste nach dem Seitenwechsel allerdings deutlich mehr kämpfen als zunächst erwartet. Am Ende setzte sich die größere Erfahrung der Rüsselsheimer in einer engen Schlussphase durch.

Mit dem Ziel, den ersten Erfolg in fremder Halle einzufahren, reiste die HSG nach Biblis. Gleichzeitig war klar, dass die Gastgeber keineswegs unterschätzt werden durften. Als Aufsteiger in die BOL hatte die TG bislang keine große Erfahrung in dieser Spielklasse, zeigte in den vergangenen Wochen aber eine kontinuierliche Entwicklung. Entsprechend motiviert gingen beide Mannschaften in die Partie.

Die HSG erwischte dabei den deutlich besseren Start. Von Beginn an agierte die Mannschaft konzentriert und diszipliniert und fand im Angriff immer wieder gute Lösungen. Gleichzeitig arbeitete die Abwehr aufmerksam gegen die Bibliser Rückraumspieler und setzte deren Werfer früh unter Druck. Dahinter erwischte Dominik Gommans einen herausragenden Tag und sorgte mit einigen Paraden dafür, dass sich die Gäste früh absetzen konnten.

Nach 20 Minuten hatte sich die HSG bereits eine komfortable 16:6-Führung erspielt. Es war die stärkste Phase der Partie aus Sicht der Gäste. Das Angriffsspiel funktionierte nahezu fehlerfrei, das Rückzugsverhalten stimmte und auch im Gegenstoß entwickelte die HSG das gewünschte Tempo. Zudem hielt sich die Mannschaft konsequent an die taktischen Vorgaben in der Defensive.

Auch Joel Neubauer sah die erste Halbzeit als Grundlage für den späteren Erfolg und betonte nach der Partie, dass die Mannschaft zunächst „ihr Ding gespielt“ und die Angriffe konzentriert und diszipliniert ausgespielt habe. Auch in der Abwehr habe man gut zusammengearbeitet und die Bibliser Werfer früh unter Druck gesetzt.

Nach der starken Anfangsphase konnte die HSG das Niveau allerdings nicht über die gesamte erste Halbzeit halten. Durch zwei Zeitstrafen geriet der Angriff zwischenzeitlich ins Stocken, sodass bis zur Pause lediglich noch vier weitere Treffer gelangen. Defensiv blieb die Mannschaft jedoch stabil genug, um den Vorsprung zu behaupten. Mit einer verdienten 20:13-Führung ging es schließlich in die Kabinen.

Trainer Tim Fähnrich hatte bereits zur Halbzeit damit gerechnet, dass die Gastgeber nach dem Seitenwechsel noch einmal alles versuchen würden. Genau das sollte sich bewahrheiten. Biblis kam mit viel Energie aus der Kabine und legte einen furiosen Start in die zweite Hälfte hin. Während die HSG in den ersten fünf Minuten keinen Treffer erzielte, traf die TG gleich fünfmal und verkürzte den Rückstand auf 18:20.

Damit war die Partie plötzlich wieder völlig offen. Fähnrich musste bereits in der 34. Minute die Auszeit nehmen und seine Mannschaft neu einstellen. Aus seiner Sicht war zu diesem Zeitpunkt vieles von dem, was in der Halbzeit besprochen worden war, bereits wieder in Vergessenheit geraten. Gleichzeitig erhöhte Biblis den Druck und kämpfte sich Tor um Tor zurück in die Partie.

Die HSG ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Zwar konnte sich die Mannschaft im weiteren Verlauf nicht mehr entscheidend absetzen, doch die Gastgeber schafften es gleichzeitig nicht, den Ausgleich zu erzielen. Die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch, in dem sich beide Teams auf Augenhöhe begegneten.

In der Schlussviertelstunde waren es schließlich erneut die Torhüter und einige erfahrene HSG-Akteure, die den Unterschied machten. Joshua Dammel entschärfte wichtige Bälle und hielt seine Mannschaft damit auf Kurs. Im Angriff sorgten Matthias Hirsch und Jens Hartmann, der trotz Kniebeschwerden eine starke Leistung zeigte, mit wichtigen Treffern dafür, dass die HSG ihren Vorsprung verteidigen konnte. Gemeinsam mit den neun Toren von Torben Fähnrich, sieben Treffern von Joel Neubauer und eben sechs Toren von Matthias Hirsch hatte die HSG genügend Offensivkraft, um die Partie letztlich mit 34:30 für sich zu entscheiden.

Neubauer hob nach dem Spiel insbesondere die Moral der Mannschaft hervor. Trotz des schwachen Starts in die zweite Hälfte habe die HSG nicht aufgegeben und weiter gekämpft. Einen großen Anteil daran hatten für ihn auch die Torhüter, die der Mannschaft erneut den „Arsch gerettet“ hätten. Mit seiner eigenen Leistung zeigte sich der Außenspieler ebenfalls zufrieden – lediglich bei zwei verworfenen Siebenmetern sah er bei sich noch Verbesserungspotenzial.

Auch Tim Fähnrich zog trotz der zwischenzeitlichen Probleme ein positives Fazit. Die HSG habe vor allem in der ersten Hälfte eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn Angriff, Abwehr, Rückzug und Gegenstoß konsequent funktionieren. Gleichzeitig sei der zweite Durchgang eine deutliche Warnung gewesen, dass man sich auch gegen einen Aufsteiger keine längeren Schwächephasen erlauben darf. Letztlich habe die Mannschaft aber dank ihrer Erfahrung mit engen Spielen die schwierige Schlussphase überstanden und den ersten Auswärtssieg der Saison eingefahren.

Damit nimmt die HSG zwei wichtige Punkte aus Biblis mit. Der Sieg war angesichts der starken ersten Halbzeit verdient, wurde durch die schwache Anfangsphase nach dem Seitenwechsel allerdings unnötig spannend. Gleichzeitig zeigte die TG Biblis, warum sie sich zuletzt kontinuierlich verbessert und in dieser Saison noch für einige Überraschungen sorgen dürfte.

Nun steht für die HSG zunächst ein spielfreies Wochenende auf dem Programm. Weiter geht es am 17. Oktober mit dem zweiten Kerwespiel der Saison. Zur Kinsteerer Kerb empfängt die HSG Rü/Bau/Kö in Königstädten den nächsten Aufsteiger, die TuS Griesheim II. Nach dem ersten Auswärtssieg soll dann vor heimischem Publikum der nächste doppelte Punktgewinn folgen – und anschließend natürlich wieder ordentlich gefeiert werden.

Spielfilm: 3:7, 5:12, 6:16, 9:17, 13:20 – 18:20, 20:24, 25:27, 28:29, 30:34

HSG Rü/Bau/Kö: Dominik Gommans, Joshua Dammel, Jannik Fähnrich; Torben Fähnrich (9), Joel Neubauer (7/3), Matthias Hirsch (6), Mirco Reinheimer (5), Florian Hock (4), Jens Hartmann (3), Leon Daum, Max Reschner, Joel Beer, Sven Sprengard

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