HSG1: „Scheiß drauf – 2 Punkte“: HSG ringt Lampertheim nieder
Nach vierwöchiger Osterpause meldete sich die HSG Rü/Bau/Kö eindrucksvoll zurück – und revanchierte sich in einem packenden Heimspiel in Bauschheim mit einem knappen 35:34-Erfolg gegen den TV Lampertheim für die Niederlage aus dem Hinspiel. Trotz personeller Sorgen und zwischenzeitlicher Rückschläge bewies die Mannschaft Moral und sicherte sich in einem umkämpften Duell zwei wichtige Punkte.
Die Ausgangslage war alles andere als ideal: Mit Max Kaczmarek (krank) und Nico Cezanne (verletzt) fehlten gleich zwei etatmäßige Kreisläufer. Zudem musste Mirco Reinheimer bereits in der ersten Halbzeit mit einer Handverletzung vom Feld – ein Einsatz im kommenden Spiel ist aktuell noch fraglich.
Dennoch erwischte die HSG einen guten Start und ging früh mit 2:0 in Führung. Doch danach riss der Faden: Unkonzentriertheiten in der Defensive und fehlende Konsequenz im Abschluss ermöglichten es den Gästen, das Spiel zu drehen. Lampertheim nutzte diese Phase konsequent und setzte sich zwischenzeitlich ab. Die HSG kämpfte sich jedoch zurück und hielt den Rückstand zur Pause mit 15:16 in Grenzen.
Trainer Tim Fähnrich schilderte die erste Halbzeit ausführlich:
„Nach vierwöchiger Pause ging es am letzten Wochenende endlich wieder los. Zu Gast in Bauschheim war der TV Lampertheim, bei dem wir im Hinspiel eine schmerzliche Niederlage einstecken mussten. Nachdem die Ehrung unserer weiblichen D-Jugend zu ihrer Meisterschaft vor vollem Haus durchgeführt war, ging das Spiel mit viel Spannung los. Wir konnten auch direkt 2:0 in Führung gehen, bevor die Gäste ihrerseits auf 2:5 stellten. Ab jetzt war es eine ausgeglichene Partie. In der 15. Minute musste dann Mirco verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen. In Verbindung mit den beiden etatmäßigen Kreisläufern, die beide krankheitsbedingt nicht anwesend waren, wurde der Kader langsam eng. Bis zur Halbzeit hatten wir uns zwar wieder bis auf ein Tor zum 15:16 herangekämpft, doch beschäftigte man sich nur noch mit den Schiedsrichtern und den Gästen und musste unnötigerweise jede Szene kommentieren, anstatt sich auf seine Stärken zu konzentrieren.“
In der Kabine folgte eine klare Ansprache – mit Wirkung. Die HSG kam deutlich fokussierter aus der Pause, zeigte mehr Zugriff in der Abwehr und konnte sich auf ein starkes Torhütergespann verlassen. Während Joshua Dammel in Halbzeit eins überzeugte, war es nach dem Seitenwechsel vor allem Dominik Gommans, der mit wichtigen Paraden glänzte und der Mannschaft den nötigen Rückhalt gab.
Im Angriff lief der Ball nun deutlich besser. Besonders über die rechte Seite sorgten Florian Hock und Matthias Hirsch immer wieder für Gefahr, mustergültig in Szene gesetzt von Philipp Maybach. Auch Nick Bürkle überzeugte mit neun Treffern aus dem Rückraum, während Robin Gross flexibel vom Kreis und von Linksaußen erfolgreich war.
Fähnrich lobte vor allem die Leistungssteigerung:
„So kam es in der Halbzeit erst einmal zu einer sehr deutlichen Ansage, bevor man die Konzepte und Umstellungen für die zweite Halbzeit besprechen konnte. In Hälfte zwei war wir dann auch direkt viel konzentrierter und konnten zeitweise einen 3 Tore Vorsprung herausspielen. Zwar wurden wir in der Schlussphase unnötigerweise etwas nervös, konnten das Spiel aber verdient mit 35:34 nach Hause fahren. Vergessen darf man aber auch nicht zu erwähnen, dass wir wieder einmal ein super Torhüter-Duo hatten, das ein perfekter Rückhalt war und uns immer wieder im Spiel gehalten hat.“
Die Schlussphase blieb dramatisch. Die HSG ließ sich den Vorsprung noch einmal verkürzen, behielt aber letztlich die Nerven und brachte den knappen Sieg über die Zeit.
Abwehrspezialist Sven Sprengard brachte das Spielgeschehen mit gewohnt ehrlichen Worten auf den Punkt:
„Die ersten 10 Minuten haben wir unsere Torchancen nicht genutzt und direkt hinten gelegen. Wir haben die beiden Rückraumspieler nicht richtig in den Griff bekommen bis zur Manndeckung. Nach der Halbzeit lief’s dann besser. Gommans hat uns da immer wieder den Rücken frei gehalten und wir haben dann endlich unsere Chancen besser genutzt. Am Ende war’s dann etwas Schrott, aber Scheiß drauf – 2 Punkte.“
Ein hart erkämpfter, aber verdienter Heimsieg für die HSG, die trotz schwieriger Voraussetzungen als Team überzeugte und sich für die Hinspielniederlage revanchierte.
Ausblick:
Mit Rückenwind geht es nun ins Derby gegen Trebur. Auch wenn tabellarisch für beide Teams kaum noch Bewegung realistisch möglich ist, hat dieses Spiel seinen eigenen Charakter. Die HSG will sich für das Hinspiel revanchieren und den fünften Tabellenplatz sichern – während Trebur nach zuletzt schwierigen Wochen ebenfalls auf ein Ausrufezeichen brennt.
Spielfilm: 2:2, 3:6, 8:9, 13:13, 15:16 – 18:18, 23:20, 26:25, 32:30, 35:34
HSG: Joshua Dammel, Dominik Gommans; Nick Bürkle (9), Robin Gross (7), Florian Hock (6), Matthias Hirsch (5), Torben Fähnrich (4/2), Mirco Reinheimer (2/1), Jens Hartmann, Sven Sprengard (je 1), Joel Neubauer, Joel Beer, Philipp Maybach
