HSG 1: Aufholjagd bis zur 58. Minute – doch am Ende fehlt ein Tor
Von Dominik Gommans
Die HSG Rü/Bau/Kö hat sich am Sonntag bei der HSG Bensheim/Auerbach ein packendes Auswärtsspiel geliefert – am Ende jedoch denkbar knapp mit 29:30 (11:13) verloren. In einer Partie mit vielen Wendungen, einer Roten Karte, kurzfristigen Ausfällen und einer furiosen Aufholjagd fehlte letztlich nur ein Treffer zum Punktgewinn.
Schwierige Voraussetzungen – starke Abwehr
Schon vor dem Anpfiff war klar, dass die Aufgabe in Bensheim keine einfache werden würde. Trainer Tim Fähnrich schilderte die Ausgangslage deutlich:
„Am Sonntag mussten wir zur HSG Bensheim/Auerbach. Nach zwei kurzfristigen Absagen (Max Kaczmarek & Sven Sprengard – beide krank) und einer frühen Roten Karte (Nico Cezanne – nach einem unglücklichen Abwehraktion) – an dieser Stelle gute Besserung nach Bensheim – war eigentlich die Abwehr das Sorgenkind.“
Doch genau dieser Mannschaftsteil überzeugte. „Diese stand auch wegen hervorragender Torhüterleistung sehr stabil“, lobte Fähnrich. Immer wieder entschärfte Gommans klare Chancen der Gastgeber und hielt seine Farben im Spiel.
Auch Rechtsaußen Florian Hock (8 Tore) sah in der Defensive einen entscheidenden Faktor:
„Erste Halbzeit war eigentlich ziemlich ausgewogen, beide Mannschaften eher abwehrstark und im Angriff Chancen liegen gelassen, weshalb wir uns nicht absetzten konnten, Bensheim aber genau so wenig.“
Trotz der stabilen Abwehr gelang es der HSG nicht, sich für den Aufwand zu belohnen.
Angriff mit zu wenig Durchschlagskraft
Während die Defensive funktionierte, haperte es im Angriffsspiel. Fähnrich analysierte selbstkritisch:
„Im Angriff lief trotz guter Besetzung allerdings viel zu wenig. Der Ball wurde nicht wie in den Wochen zuvor laufen gelassen und es wurden zu viele Würfe aus ungünstigen Positionen genommen, anstatt den freien Nebenmann zu suchen.“
Die Konsequenz: Zur Halbzeit lag die HSG zurück. Hock sprach von einer unglücklichen Situation:
„Unglücklich mit minus 2 in die Halbzeit.“
Verschlafener Start – deutlicher Rückstand
Auch nach dem Seitenwechsel lief zunächst wenig zusammen. Fähnrich beschrieb die Phase klar:
„Genauso lief es in der zweiten Hälfte weiter, nur dass Bensheim jetzt das Tor traf und wir dann schnell mit 6 Toren hinten lagen.“
Hock ergänzte:
„Dann haben wir den Anfang der 2. Halbzeit verschlafen durch unseren sehr ineffizienten Angriff und sind deshalb dann immer mit 3–5 Toren hinten gewesen.“
Die Partie schien zu kippen. Doch eine Auszeit brachte die Wende.
22 Minuten Hoffnung – große Moral
„Die jetzige Auszeit rüttelte die Mannschaft aber wach“, so Fähnrich. Was folgte, war die stärkste Phase der Gäste:
„Jetzt kamen starke 22 Minuten, in denen man den Rückstand Tor um Tor aufholte und in der 58. Minute zum 29:29 ausglich.“
Angetrieben vom treffsicheren Mirco Reinheimer (9 Tore) und Florian Hock kämpfte sich die HSG eindrucksvoll zurück. Hock beschrieb die Schlussphase so:
„Wir haben in den letzten 15 Minuten wieder zu uns gefunden, sowohl in der Abwehr als auch mit erfolgreichem Angriff weil wir konsequent unsere Spielzüge gespielt haben. Generell in den letzten Minuten stark ran gekämpft und Bensheim nochmal nervös gemacht aber halt letztendlich nicht gewonnen.“
Die Gäste hatten sogar noch zwei gut herausgespielte Chancen – doch das Quäntchen Glück fehlte.
„Leider hatten wir noch zwei schön heraus gespielte Chancen vergeben“, bilanzierte Fähnrich.
Bittere Niederlage – klare Erkenntnisse
Die Enttäuschung war spürbar, doch beide Stimmen richteten den Blick bereits nach vorne. Hock formulierte es deutlich:
„Für die Zukunft müssen wir uns darauf fokussieren, das wir als Mannschaft an sich wirklich erfolgreich spielen können und wir das halt konsequenter und länger durchhalten müssen und nicht nur 10–20 Minuten im Spiel.“
Eine Woche Fastnachtspause bietet nun Gelegenheit, Kräfte zu sammeln und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Danach wartet mit der MSG Roßdorf/Reinheim das nächste Heimspiel auf die HSG Rü/Bau/Kö – mit der klaren Zielsetzung, die starken Phasen künftig über 60 Minuten zu zeigen.
Spielfilm: 3:3, 6:6, 9:9, 11:11, 13:11 – 18:13, 21:16, 23:20, 27:26, 30:29
HSG: Dominik Gommans, Joshua Dammel; Mirco Reinheimer (9/1), Florian Hock (8), Nick Bürkle (6), Joel Neubauer (2), Nico Cezanne, Robin Gross, Philipp Maybach, Matthias Hirsch (je 1), Joel Beer, Torben Fähnrich